Parodontose, medizinisch korrekt wäre der Ausdruck Parodontitis, ist die häufigste bakterielle Erkrankung der Mundhöhle, unter der alleine in Deutschland etwa 50 Millionen Menschen leiden.

Es wird davon ausgegangen, dass nur circa 800.000 Fälle jährlich therapiert werden. Diese Zahlen zeigen eindeutig den Misstand in der Behandlung dieser zahnmedizinischen Erkrankung auf.

Was ist Parodontitis

Parodontitis ist die bakterielle Erkrankung des Zahnhalteapparates. Zu diesem gehören der Knochen, das Zahnfleisch, die den Zahn umgebenden Fasern und das Zahnwurzelzement.

Eine Schwachstelle dieses Systems stellt die sog. Zahnfleischtasche dar, welche sich zwischen Zahn und Zahnfleisch befindet. Ist das Zahnfleisch bereits entzündet, was es übrigens bei etwa 90% aller über 30-jährigen Personen ist, können die hierfür verantwortlichen Bakterien in diese Zahnfleischtasche gelangen. Um dies zu vermeiden ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung unbedingt von Nöten.

Wird diese Vorstufe der Parodontitis nicht oder unzureichend behandelt kommt es langfristig zum Abbau von Knochen und dem Rückgang des Zahnfleisches. Auf Dauer lockern sich die Zähne und letztendlich resultiert ein Zahnverlust.

Übrigens stellt die Parodontitis derzeit, weit vor Karies und Unfällen, den häufigsten Verlust von Zähnen dar.

Kann man Parodontits vermeiden?

Bei dem größten Teil der Patienten ist Parodontitis vermeidbar, lediglich bei einem kleinen nahezu verschwindenden Prozentsatz ist die Erkrankung erblich bedingt, so dass sie sich in diesem speziellen Fall meistens nicht vermeiden lässt.

Des Weiteren zählen umweltbedingte Faktoren, wie Rauchen, Ernährung und Stress zu den häufigsten Risikofaktoren. Zu den systemisch bedingten Faktoren zählen unter anderem Erkrankungen wie Diabetes mellitus, HIV- oder Hepatitis Erkrankungen.

Nach möglicher Ausschaltung der oben genannten Risikofaktoren zählt die häusliche Mundhygiene und die regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Praxis zu den wichtigsten Parametern bei der Vermeidung einer Parodontitis.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass ein großer Teil aller Parodontitiserkrankungen vermeidbar wäre.

Wie erkennt man Parodontitis?

Äußerlich wird Parodontitis erst erkannt, wenn es eigentlich schon zu spät ist, d.h. wenn das Zahnfleisch zurückgegangen ist und sich die Zähne gelockert haben.

Der Zahnarzt kann bei regelmäßige Kontrollen dies wesentlich früher durch spezielle Testverfahren und Röntgenbilder erkennen.

Neuere Entwicklungen von Gentests bringen in schwierigen Einzelfällen genaue Erkenntnisse über das Bakterienvorkommen und können eine gezielte Therapieform unterstützen.

Ist Parodontitis heilbar?

Eine 100% Heilung ist derzeit nicht möglich, jedoch ist eine Stagnation und Verbesserung des Zustandes durchaus möglich.

Hierzu ist es unabdingbar die Parodontitis verursachenden Bakterien und ihre Ablagerungen aus den Zahnfleischtaschen zu eliminieren.

Hierzu stehen in der modernen Zahnmedizin verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Chirurgische Therapie

Der chirurgische Eingriff, bei welchem das Zahnfleisch vom Knochen abgelöst und so unter direkter Sicht die Bakterienablagerungen von den Wurzeloberflächen entfernt wird, ist das invasivere Vorgehen.

Dieses Verfahren wird zum größten Teil von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, ist aber aus rein ästhetischen Gesichtspunkten mit Risiken behaftet.

Ultraschalltherapie

Das zweite, wesentlich schonungsvollere und schmerzärmere Verfahren stellt die Reinigung mit hauchdünnen Ultraschallaufsätzen dar.

Hierzu werden die Zähne und das entsprechende Zahnfleischareal mit einem neuartig entwickeltem, computergesteuertem Anästhesiegerät betäubt. Durch die Computersteuerung ist der häufig gefürchtete Einstich und die Abgabe des Anästhetikums kaum noch zu spüren.

Die anschließende Behandlung mittels Ultraschallverfahren ist dem handinstrumentellen Verfahren von früher und dem chirurgischen Verfahren deutlich überlegen.

Leider wird jedoch diese schonungsvolle Methode von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Die privaten Krankenkassen übernehmen in aller Regel die anfallenden Kosten.

Markerkeimtest

Mit Hilfe des DNS-Testverfahrens können die für die Parodontitis verantwortlichen Bakterienarten identifiziert werden.

Markerkeimanalysen geben dabei Auskunft über Vorkommen und Konzentration von parodontopathogenen Spezies und deren Zugehörigkeit zu „Bakterienkomplexen“. Die Testergebnisse sind die optimale Grundlage für eine individualisierte Therapieplanung.

Wie wird der Test durchgeführt?

Der Test ist völlig schmerzfrei und schnell durchzuführen. Mit Hilfe von Papierspitzen werden Proben aus Ihren Zahnfleischtaschen entnommen. Dazu werden die Papierspitzen für etwa 20 Sekunden in den Taschen belassen, wo sie sich mit Flüssigkeit und den darin befindlichen Bakterien voll saugen. Diese Proben werden dann in einem Labor gentechnisch untersucht. Dabei wird gezielt nach den Markerkeimen oder nach Teilen ihrer Erbsubstanz, der DNS, gesucht. In der Regel werden zunächst drei Bakterienarten untersucht. Sind diese eindeutig vorhanden, können bis zu fünf weitere Bakterien mittels DNS-Sondentest nachgewiesen werden.

Es gibt also insgesamt acht Markerkeime, bei deren Anwesenheit ein erhöhtes Parodontitis-Risiko besteht.

Wozu dient der Test?

Anhand der Testergebnisse ist der Zahnarzt in der Lage, eine beginnende Parodontitis frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Therapiemaßnahmen die Erkrankung am Fortschreiten zu hindern.

Auch wenn noch keine eindeutigen Anzeichen einer Parodontitis vorliegen kann der Test die Markerkeime bereits nachweisen und Sie somit vor Schäden einer Parodontitis bewahren. Je länger eine Parodontitis besteht, desto schwieriger und langwieriger ist die Therapie. Bei rechtzeitigem Erkennen und mit Hilfe vorbeugender Maßnahmen können schmerzhafte Behandlungen und Operationen sowie Zahnverluste weitestgehend vermieden werden.

Ihr Nutzen...

Der DNS-Test bietet Ihnen die Möglichkeit, eine Parodontalerkrankung frühzeitig zu erkennen und somit am weiteren Verlauf zu hindern.

Durch Parodontitis bedingter Zahnfleisch- und Knochenschwund führt zu einer stark verminderten Ästhetik, gefolgt von Zahnverlusten und teils schmerzhafter Therapie. Ein einfacher Test reicht aus, um dies zu verhindern und Ihr Lächeln noch bis ins hohe Alter strahlend schön zu erhalten.

Antibiotikabehandlung

Eine antibiotische Zusatztherapie kommt nur in Ausnahmefällen zu tragen. Ein Großteil der Erkrankungsformen kann mit konservativen Methoden therapiert werden. Spezielle Keimformen oder Keimspektren sollten jedoch medikamentös zusatztherpiert werden. Man unterscheidet hierbei die lokale Applikation bzw. die systemischen Gabe. Die lokale Applikation ist vorwiegend bei punktuellen oder rezidivierenden Bereichen sinnvoll, die systemische Gabe sollte immer dann in Erwägung gezogen werden, eine Besiedelung mit bestimmten Keimen (aac) nachgewiesen wurde.

Antibiotikabehandlung - Antibiotikazufuhr bei Zahnfleischerkrankungen

Eine Standardtherapie bei akuten, aggressiven Parodontalerkrankung stellt der sog. Winkelhoff-Cocktail dar nach van Winkelhoff

Kombination von Amoxicillin und Metronidazol, : 3 x 375-500 mg/d Amoxicillin & 3 x 250-500 mg/d Metronidazol über 8 Tage

Zahnfleischkorrektur - Rezessionsdeckung - plastische Parodontalchirurgie

Eine Rezession entsteht durch eine entzündungsfreie Rückbildung des Zahnfleisches. Dadurch liegen Zahnhälse frei oder es entstehen unschöne Lücken zwischen den Zähn

Diese Rezessionen können durch unterschiedliche Faktoren entstehen

Zahnfleischrückgang durch Parodontitis
Falsches Zähneputzen
Verletzungen
Zahnfehlstellungen

Die Rezessionsdeckung dient der Wiederherstellung einer natürlichen Ästhetik.

Durch sich zurückziehendes Zahnfleisch wirken die Zähne lang und es entstehen große, hässliche Lücken zwischen ihnen.

Wozu dient Rezessionsdeckung?

Die Rezessionsdeckung zählt zu der plastischen Parodontaltherapie, wobei jedoch neben der verbesserten Ästhetik auch andere Erfolge zu verzeichnen sind. Ehemals freiliegende Zahnhälse, die sehr empfindlich waren, werden durch neues Zahnfleisch geschützt und Wurzelkaries kann verhindert werden.

Je nach Situation gibt es folgende Möglichkeiten der Rezessionsdeckung mit

Membrantechnik

Bindegewebstransplantaten

freies Schleimhauttransplantat

...Ihr Nutzen?

Zieht sich das Zahnfleisch zurück, verschlechtert sich unweigerlich die Ästhetik. Dies muss jedoch kein Dauerzustand sein.

Mittels Rezessionsdeckung kann die natürliche Ästhetik wieder hergestellt werden, was Ihnen mehr Ausstrahlung, Lebensfreude und Vitalität verleihen wird.

Guided tissue regeneration (GTR) / guided bone regeneration (GBR)

Bei dieser Technik handelt es sich um ein Verfahren, welches übersetzt als gesteuerte Geweberegeneration bezeichnet wird. Diese Behandlung wird zur Therapie einer Parodontitis angewendet, also einer Entzündung des Zahnhalteapparates.

Durch das Einpflanzen einer so genannten Membran wird die Neubildung der im Zuge der Erkrankung verloren gegangenen Gewebe gesteuert und kontrolliert.

Durch das Einlegen dieser Membran zwischen dem Zahnfleischlappen und der Wurzeloberfläche zur Vermeidung des Kontaktes des Bindegewebes mit der Wurzeloberfläche wird das Tiefenwachstum der Zahnfleischzellen verhindert. So können Zellen aus der Wurzelhaut auf die Wurzeloberfläche gelangen und das parodontale Gewebe kann sich wieder regenerieren.

Guided tissue regeneration (GTR)

Welche Ziele können durch GTR erreicht werden?

Hauptziel der gesteuerten Geweberegeneration ist die Wachstumsförderung geschädigter Gewebe des Zahnhalteapparates

Verlangsamung des Schleimhautwachstums

Anregung zur Neubildung von Wurzelhaut und Wurzelzement

Anregung zur Knochenneubildung

Verminderung der Taschentiefe

...Ihr Nutzen?

Mittels dieser Technik kann es gelingen, einem vom Ausfall bedrohten Zahn neue Stabilität zu geben und ihn so zu erhalten.

Die eigenen Zähne sind kostbar und durch nichts zu ersetzen. Der Erhalt Ihrer Zähne wird sich durch ein natürliches, selbstsicheres Lächeln und mehr Lebensfreude bezahlt machen.

Guided bone regeneration (GBR)

Guided Bone Regeneration bedeutet übersetzt „ gesteuerte Knochenregeneration“. Gemeint ist hiermit ein Verfahren, mit dessen Hilfe es gelingt, Knochen zu transplantieren und unter dem Schutz einer Membran einheilen zu lassen

Was geschieht bei der GBR?

Dieses Verfahren wird meist angewendet, um Knochendefekte, wie sie beispielsweise durch eine Parodontitis entstehen können, aufzufüllen oder wenn für das Setzen eines Implantates nicht genügend Knochen vorhanden ist

Der Raum, der mit Knochen aufgefüllt werden soll, wird zunächst mit einer Membran umgeben. Diese hat die Aufgabe, ein zu schnelles Wachstum der umliegenden Zellen in den Hohlraum zu verhindern. Weichgewebe bilden sich viel schneller neu als Knochen, doch das Ziel ist es, neuen Knochen zu gewinnen.

Man unterscheidet zwei Arten von Membranen, solche die vom Körper nach einer gewissen Zeit abgebaut werden, die resorbierbaren Membranen, und solche, die in einem zweiten Eingriff wieder entfernt werden müssen

In der Regel werden die resorbierbaren Membranen verwendet, da sie eine zweite Operation überflüssig machen

Nach etwa sechs Monaten hat sich neuer Knochen gebildet und die Membran wird vom Körper abgebaut und dem Stoffwechsel zugeführt.

Der Knochen, der zur Implantation verwendet wird, ist in der Regel körpereigener Knochen, der zuvor an anderer Stelle entnommen wurde, wie dem Kieferkammwinkel oder Kinn.

... Ihr Nutzen ?

Mittels Guided Bone Regeneration kann durch Parodontitis verloren gegangener Knochen ersetzt werden. Der Ausgangzustand des Kiefers wird wieder hergestellt und das Setzen von Implantaten wird ermöglicht.

UTP – unterstützende Parodontaltherapie

 

Diagnostik
Eine umfassende Diagnostik umfasst viele Bereiche.
Prävention
Dartunter versteht man in der Zahnheilkunde das Aufpassen, daß keine Schäden entstehen.
Konserv. ZHK
Kinder, Icon, Composites und Zahnärztliche Füllungsmaterialien
Parodontitis
Die häufigste bakterielle Erkrankung der Mundhöhle
Implantologie
Die von Schrauben gearbeiteten Implantate führen zu einer höheren Lebensqualität
Wurzelkanalbehandlung
rkrankt der Zahn an Karies, so können die Bakterien bis zu der Pulpa vordringen und somit eine Entzündung des Nerven verursachen.
Gnathologie
Funktionstherapie ist bei unserer täglichen Arbeit erforderlich.
Zahnärztliche Chirurgie
Verschiedene Chirugische Maßnahmen
Prothetik – Zahnersatz
Die Prothetik besitzt den größten Stellenwert in der restaurativen Zahnmedizin.
zahntechnisches Praxislabor
Dem Thema zahnärztliche Ästhetik sind ganz bestimmte Leistungen zu zuordnen